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Bitcoin kaufen in der Schweiz: Schritt für Schritt zum ersten Kauf
Stand:
Wie du Bitcoin in der Schweiz kaufst, welche Kaufwege es gibt und worauf du bei Gebühren, Verwahrung und Auszahlung achten solltest.
Bitcoin zu kaufen ist in der Schweiz heute relativ einfach. Schwieriger ist die Frage, wie du Bitcoin kaufen möchtest und was nach dem Kauf mit deinen Bitcoin passiert.
Du kannst Bitcoin zum Beispiel über eine Schweizer Bank, einen Krypto-Broker oder einen spezialisierten Bitcoin-Dienst kaufen. Je nach Anbieter werden deine Bitcoin anschliessend für dich verwahrt oder direkt an eine Wallet übertragen, die du selbst kontrollierst.
Genau dieser Unterschied ist wichtiger, als er auf den ersten Blick wirkt.
In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, welche Möglichkeiten es in der Schweiz gibt, welche Kosten du vergleichen solltest und welche Fragen du vor deinem ersten Kauf beantworten solltest.
Bitcoin kaufen in der Schweiz: die wichtigsten Möglichkeiten
Für Einsteiger lassen sich die gängigsten Kaufwege grob in drei Gruppen einteilen.
Direkter Kauf in die eigene Wallet: Dienste wie Relai oder Pocket Bitcoin sind stark auf Bitcoin ausgerichtet. Je nach Modell landen die gekauften Bitcoin unmittelbar in einer Wallet, die du selbst kontrollierst.
Kauf über eine Bank: Bei Swissquote kannst du Bitcoin innerhalb einer klassischen Schweizer Bankbeziehung kaufen und verwahren. Die Swissquote Bank SA gehört zu den von der FINMA bewilligten Banken und Wertpapierhäusern.
Kauf über einen Krypto-Broker: Anbieter wie Bitpanda kombinieren einen einfachen Kaufprozess mit der Verwahrung auf der Plattform und ermöglichen bei unterstützten Kryptowährungen auch den späteren Transfer auf eine eigene Wallet.
Daneben gibt es in der Schweiz Speziallösungen. An SBB-Billettautomaten können derzeit Bitcoin Paper Wallets gekauft werden.
Der entscheidende Punkt ist: Diese Kaufwege sind nicht identisch. Deshalb solltest du Anbieter nicht allein anhand einer Prozentzahl bei den Gebühren vergleichen.
Bevor du Bitcoin kaufst: drei Entscheidungen
Wie viel möchtest du investieren?
Für den ersten Kauf ist kein grosser Betrag notwendig.
Relai beginnt derzeit bei CHF 50. Die SBB ermöglicht Bitcoin-Paper-Wallet-Käufe zwischen CHF 20 und CHF 500.
Gerade als Einsteiger kann es sinnvoll sein, den technischen Ablauf zunächst mit einem überschaubaren Betrag kennenzulernen, bevor du grössere Summen bewegst.
Das gilt besonders, wenn du deine Bitcoin später auf eine eigene Wallet übertragen möchtest. Eine falsch eingegebene Adresse kann zu einem unwiederbringlichen Verlust führen. Bei Diensten, die mehrere Blockchain-Netzwerke anbieten, musst du zusätzlich sicherstellen, dass das gewählte Netzwerk mit der Empfängeradresse kompatibel ist.
Wer soll deine Bitcoin verwahren?
Das ist eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt.
Bei einer verwahrten Lösung kontrolliert der Anbieter die technische Infrastruktur beziehungsweise die privaten Schlüssel für die von dir gehaltenen Bitcoin.
Bei Self-Custody kontrollierst du die Schlüssel selbst.
Self-Custody reduziert das Gegenparteirisiko gegenüber einem Verwahrer, erhöht aber deine eigene Verantwortung. Verlierst du bei einer selbstverwalteten Wallet deine notwendigen Wiederherstellungsinformationen, gibt es keine Bank, die den Zugang einfach zurücksetzen kann.
Die FINMA weist bei der Verwahrung kryptobasierter Vermögenswerte ausdrücklich auf technische, rechtliche und Insolvenzrisiken hin. Besonders bei der Verwahrung durch Dritte spielen die Beaufsichtigung des Verwahrers und der Schutz im Konkursfall eine wichtige Rolle.
Einmalkauf oder regelmässiger Sparplan?
Viele Dienste ermöglichen sowohl Einzelkäufe als auch wiederkehrende Käufe.
Bei einem Sparplan investierst du zum Beispiel jeden Monat oder jede Woche einen festen Betrag. Dadurch musst du nicht jedes Mal manuell einen neuen Kauf auslösen.
Ein Sparplan nimmt dir jedoch nicht das Kursrisiko ab. Er automatisiert lediglich Kaufzeitpunkt und Betrag.
Relai bietet aktuell Auto-Invest an. Pocket unterstützt ebenfalls wiederkehrende Käufe über regelmässige Banküberweisungen.
Schritt für Schritt zum ersten Bitcoin-Kauf
1. Kaufweg auswählen
Überlege zuerst, was dir wichtiger ist:
- möglichst einfacher Kauf
- Schweizer Bankbeziehung
- Bitcoin direkt in eigener Verwahrung
- möglichst geringe Gesamtkosten
- regelmässiger Sparplan
- späterer Transfer auf eine eigene Wallet
Es gibt nicht für jeden Nutzer dieselbe beste Lösung.
Eine Person, die alles innerhalb einer regulierten Schweizer Bank verwalten möchte, hat andere Anforderungen als jemand, der von Anfang an ausschliesslich Self-Custody nutzen möchte.
2. Konto erstellen und Identität verifizieren
Bei Banken, Brokern und Bitcoin-Diensten musst du heute in der Regel damit rechnen, deine Identität nachzuweisen.
Pocket verlangt seit dem 8. Dezember 2025 für die weitere Nutzung eine vollständige Verifizierung. Auch bei klassischen Banken und Brokern gehört die Identitätsprüfung zum normalen Onboarding.
Plane deshalb etwas Zeit für folgende Schritte ein:
- persönliche Angaben
- Identitätsdokument
- gegebenenfalls Video- oder Identitätsprüfung
- Verknüpfung eines Bankkontos
3. CHF einzahlen oder Zahlungsmethode wählen
Die Kosten können stark davon abhängen, wie du bezahlst.
Bei Relai fallen laut aktueller Gebührenübersicht für Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay zusätzlich 3 % an. Für Banküberweisungen erhebt Relai selbst keine zusätzliche Zahlungsgebühr, wobei deine Bank eigene Gebühren verlangen kann.
Das zeigt bereits, warum die Aussage «Anbieter X kostet 1 %» unvollständig sein kann.
Bei einem Kauf von CHF 1'000 entspricht eine zusätzliche Zahlungsgebühr von 3 % allein CHF 30.
4. Bitcoin kaufen
Bevor du den Kauf bestätigst, prüfe mindestens:
- investierter CHF-Betrag
- angezeigter Bitcoin-Kurs
- erhaltene BTC-Menge
- Kauf- beziehungsweise Handelsgebühr
- zusätzliche Zahlungsgebühren
- allfälliger Spread oder Preisaufschlag
Bei einem Broker oder einer Bank solltest du zusätzlich prüfen, ob dein Kauf als Market- oder Limit-Order ausgeführt wird und welche Gebührenstufe für dein Konto gilt.
5. Prüfen, wo deine Bitcoin jetzt liegen
Nach dem Kauf solltest du diese Frage beantworten können:
Wer kontrolliert jetzt die privaten Schlüssel zu meinen Bitcoin?
Bei Pocket gehen die gekauften Bitcoin nach Angaben des Anbieters direkt in die eigene Wallet des Kunden. Pocket bezeichnet seinen Dienst als self-custodial beziehungsweise non-custodial.
Relai verwendet ebenfalls eine Self-Custody-Wallet, bei der der Nutzer die Kontrolle über die Wiederherstellungsinformationen trägt.
Bei Plattformen wie Swissquote oder Bitpanda können Bitcoin zunächst innerhalb des jeweiligen Kontos verwahrt werden. Beide unterstützen für Bitcoin externe Transfers auf eine Wallet.
Was kostet der Bitcoin-Kauf wirklich?
Die angegebene Handelsgebühr ist nur ein Teil der möglichen Gesamtkosten.
Kauf- oder Handelsgebühr
Stand 9. September 2026:
Relai nennt regulär eine Gebühr von 1 %. Mit einem Empfehlungscode beträgt sie derzeit 0,9 %.
Pocket nennt eine Standard-Servicegebühr von 1,5 %. Zusätzlich fällt bei der Auszahlung eine Bitcoin-Netzwerkgebühr an.
Swissquote verwendet ein volumenabhängiges Maker-Taker-Modell. In der Standardstufe ohne entsprechendes 30-Tage-Handelsvolumen liegen die Gebühren derzeit bei 1 % Maker beziehungsweise 1 % Taker.
Bitpanda nennt für Bitcoin aktuell eine Tradinggebühr von 0,99 %.
Spread beziehungsweise Kursaufschlag
Zwei Anbieter mit derselben sichtbaren Gebühr können dir trotzdem unterschiedliche Bitcoin-Mengen liefern.
Entscheidend ist deshalb der effektive Kurs, zu dem dein Kauf ausgeführt wird.
Pocket erklärt, dass die Servicegebühr separat abgezogen wird und der zum Ausführungszeitpunkt verwendete Bitcoin-Kurs von Kraken stammt.
Bei jedem Anbieter solltest du deshalb vor der Bestätigung den angezeigten CHF-Betrag mit der tatsächlich gutgeschriebenen BTC-Menge vergleichen.
Zahlungsgebühren
Je nach Zahlungsmethode können zusätzliche Kosten entstehen.
Das auffälligste Beispiel in diesem Vergleich ist Relai: Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay kosten derzeit zusätzlich 3 %.
Eine Banküberweisung kann deshalb deutlich günstiger sein als eine besonders bequeme Kartenzahlung.
Auszahlungs- und Netzwerkgebühren
Wenn du Bitcoin später auf deine eigene Wallet überträgst, können weitere Gebühren anfallen.
Swissquote verlangt für eine Bitcoin-Auszahlung derzeit USD 10.
Pocket zieht bei der Auszahlung eine dynamische Bitcoin-Netzwerkgebühr ab.
Bei Relai fällt für das Senden oder Empfangen keine zusätzliche Relai-Gebühr an; normale Bitcoin-Netzwerkgebühren können jedoch entstehen. Beim Kauf übernimmt Relai nach eigenen Angaben derzeit die Netzwerkgebühr.
Depot- und laufende Kosten
Bei einer Banklösung können zusätzlich laufende Depotkosten relevant sein.
Swissquote berechnet derzeit für Vermögenswerte von CHF 0 bis CHF 50'000 eine Depotgebühr von CHF 20 pro Quartal. Krypto-Assets werden bei dieser Berechnung berücksichtigt. Auf die Depotgebühr fällt gemäss aktueller Preisliste Mehrwertsteuer an.
Gerade bei kleinen Bitcoin-Beständen können solche fixen Kosten prozentual stärker ins Gewicht fallen.
Kaufmöglichkeiten für Schweizer Nutzer im Vergleich
Stand: 9. September 2026. Gebühren und Bedingungen können sich ändern. Prüfe deshalb vor einem Kauf immer nochmals die aktuelle Preisliste des jeweiligen Anbieters.
Tabelle horizontal scrollbar
| Anbieter | Modell | Aktuelle Grundgebühr für Bitcoin | Verwahrung | Auszahlung an eigene Wallet |
|---|---|---|---|---|
| Relai | Bitcoin-App | regulär 1 %, mit Empfehlungscode aktuell 0,9 % | Self-Custody | Ja |
| Pocket Bitcoin | Bitcoin-Dienst | 1,5 % plus Netzwerkgebühr | Self-Custody | Direkt an eigene Wallet |
| Swissquote | Schweizer Bank | Standard derzeit 1 % Maker / 1 % Taker | Verwahrung durch Bank | Ja, BTC derzeit USD 10 |
| Bitpanda | europäischer Broker | Bitcoin derzeit 0,99 % | Verwahrung auf Plattform | Ja |
Die Tabelle ist bewusst keine Rangliste. Die Anbieter lösen unterschiedliche Probleme.
Relai
Relai richtet sich stark an Nutzer, die Bitcoin einfach kaufen und Self-Custody nutzen möchten.
Für Schweizer Nutzer beträgt der Mindestkauf derzeit CHF 50. Relai nennt aktuell ein rollierendes 365-Tage-Limit von CHF 100'000 für Nutzer in der Schweiz; für grössere Volumen gibt es einen separaten Private-Service.
Die reguläre Kaufgebühr liegt bei 1 %. Mit Empfehlungscode nennt Relai aktuell 0,9 %. Kredit-/Debitkarte, Apple Pay und Google Pay verursachen zusätzlich 3 %.
Geeignet, wenn: dir ein einfacher Bitcoin-only-Kauf und Self-Custody wichtig sind.
Genauer prüfen, wenn: du häufig mit Karte oder Apple Pay kaufen möchtest, weil dadurch die Gesamtkosten deutlich steigen können.
Pocket Bitcoin
Pocket ist ebenfalls Bitcoin-only und auf Selbstverwahrung ausgerichtet.
Du richtest einen einmaligen oder wiederkehrenden Kauf ein und überweist CHF oder EUR. Die gekauften Bitcoin werden anschliessend direkt an deine Wallet gesendet. Pocket verlangt derzeit eine Standard-Servicegebühr von 1,5 % plus Netzwerkgebühr.
Seit Dezember 2025 ist für die Nutzung eine vollständige Identitätsprüfung notwendig.
Aktueller Hinweis zum Sicherheitsvorfall 2026
Pocket meldete am 21. August 2026 einen Sicherheitsvorfall und veröffentlichte am 31. August ein ausführliches Update, das am 3. September aktualisiert wurde.
Nach Angaben des Unternehmens wurden zwei Gruppen identifiziert: Bei 291 Kunden war Korrespondenz betroffen, die Pocket an Partnerbanken übermittelt hatte. Zusätzlich waren 5'120 Kunden in Transaktionslisten enthalten, die Partnerbanken an Pocket übermittelt hatten. Je nach Gruppe und Einzelfall konnten unter anderem Namen, Wohnadressen, einzelne Banküberweisungen, teilweise IBANs sowie bei einem Teil der 291 Kunden weitere Unterlagen oder Bitcoin-Adressen betroffen sein.
Pocket erklärt, dass weder Bitcoin noch private Schlüssel kompromittiert wurden und die zugrunde liegende Sicherheitslücke geschlossen wurde.
Geeignet, wenn: du Bitcoin direkt in eine selbstverwaltete Wallet erhalten und Käufe per Banküberweisung automatisieren möchtest.
Genauer prüfen, wenn: Datenschutz und der aktuelle Umgang mit dem Sicherheitsvorfall für deine Anbieterwahl besonders wichtig sind.
Swissquote
Swissquote bietet einen deutlich anderen Ansatz.
Bitcoin können innerhalb eines Schweizer Bank- und Handelskontos gekauft und verwahrt werden. Die Swissquote Bank SA ist FINMA-beaufsichtigt.
In der Standardstufe liegen die aktuellen Kryptohandelsgebühren bei 1 % Maker und 1 % Taker. Mit höherem 30-Tage-Handelsvolumen sinken die Gebühren.
Bitcoin können auch an eine externe Wallet übertragen werden. Die aktuelle Bitcoin-Auszahlungsgebühr beträgt USD 10.
Zusätzlich fallen Depotgebühren an. Für Vermögenswerte von CHF 0 bis CHF 50'000 beträgt die aktuelle Depotgebühr CHF 20 pro Quartal. Krypto-Assets werden bei der Berechnung berücksichtigt.
Geeignet, wenn: du Bitcoin zusammen mit anderen Anlagen innerhalb einer Schweizer Bankbeziehung verwalten möchtest.
Genauer prüfen, wenn: du nur einen kleinen Bitcoin-Betrag halten möchtest, weil fixe Depot- und Transfergebühren dann stärker ins Gewicht fallen können.
Bitpanda
Bitpanda ist ein europäischer Broker mit einer deutlich breiteren Produktpalette als reine Bitcoin-Dienste.
Für Bitcoin nennt Bitpanda aktuell eine Tradinggebühr von 0,99 %. CHF wird als Fiat-Währung unterstützt.
Kryptowährungen können an externe Wallets gesendet werden. Bei einer Auszahlung musst du das korrekte Netzwerk auswählen. Aufgrund der Travel Rule verlangt Bitpanda zusätzliche Angaben zum Empfänger und zum Wallet-Host; für eine selbstverwaltete Wallet gibt es eine entsprechende Auswahlmöglichkeit.
Geeignet, wenn: du einen einfach bedienbaren Broker möchtest und neben Bitcoin möglicherweise weitere digitale Assets nutzen willst.
Genauer prüfen, wenn: dein Hauptziel ausschliesslich Bitcoin und möglichst direkte Self-Custody ist.
Sonderfall: Bitcoin am SBB-Billettautomaten
Eine besonders schweizerische Kaufmöglichkeit findet sich direkt am Billettautomaten.
Die SBB verkauft derzeit Bitcoin und Ethereum als Paper Wallet. Für Bitcoin sind Beträge zwischen CHF 20 und CHF 500 möglich. Laut SBB ist der Dienst rund um die Uhr an allen SBB-Billettautomaten verfügbar.
Der Ablauf:
- «Prepaid / Zahlungsverkehr» wählen.
- «Crypto Paper Wallet» auswählen.
- Bitcoin wählen.
- Betrag zwischen CHF 20 und CHF 500 festlegen.
- Angebot bestätigen.
- Schweizer Mobiltelefonnummer eingeben.
- mTAN bestätigen.
- Bezahlen.
- Paper Wallet ausdrucken.
Als Zahlungsmittel nennt die SBB für das Crypto Paper Wallet derzeit PostFinance Card, Maestro-Debitkarten und Bargeld. Eine Telefonnummer eines Schweizer Mobilfunkanbieters ist erforderlich.
Das ist eine interessante Schweizer Besonderheit. Für die langfristige Aufbewahrung würde ich ein Paper Wallet jedoch nicht automatisch als beste Lösung einstufen.
Wie Bitcoin sicher aufbewahrt werden können, behandeln wir deshalb separat im Artikel «Bitcoin sicher aufbewahren: Börse, Software-Wallet oder Hardware-Wallet?».
Bitcoin auf der Plattform lassen oder auszahlen?
Der Kauf ist nur der erste Schritt.
Danach hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Beim Anbieter verwahren lassen: bequem, weil du dich nicht selbst um private Schlüssel und Backups kümmern musst. Dafür bist du stärker vom Anbieter und dessen Verwahrungsmodell abhängig.
Auf eine eigene Wallet übertragen: du erhältst die Kontrolle über die privaten Schlüssel, trägst dafür aber auch selbst Verantwortung für Backup, Wiederherstellung und sichere Bedienung.
Die FINMA weist darauf hin, dass bei der Verwahrung kryptobasierter Vermögenswerte technische und rechtliche Risiken sowie Fragen des Konkursfalls berücksichtigt werden müssen.
Self-Custody beseitigt Risiken nicht einfach. Sie verschiebt einen Teil der Verantwortung vom Anbieter zu dir selbst.
Häufige Fehler beim ersten Bitcoin-Kauf
Ein typischer Fehler ist, nur auf die sichtbare Kaufgebühr zu achten. Bei kleinen Beträgen können fixe Depot- oder Auszahlungsgebühren wichtiger sein als ein Unterschied von wenigen Zehntelprozent bei der Handelsgebühr.
Ebenso problematisch ist es, Bitcoin zu kaufen, ohne zu wissen, wo sie anschliessend verwahrt werden.
Weitere vermeidbare Fehler sind:
- mit einem zu grossen Betrag beginnen
- unter Zeitdruck kaufen
- Gebühren vor der Bestätigung nicht prüfen
- eine Wallet-Adresse nicht sorgfältig kontrollieren
- bei einer Plattform mit mehreren Netzwerkoptionen das falsche Netzwerk wählen
- die Seed Phrase digital weitergeben
- Sicherheitsanweisungen aus unaufgeforderten E-Mails, Briefen oder Telefonanrufen befolgen
- einen Anbieter allein aufgrund von Werbung oder Empfehlungscodes auswählen
Ein Empfehlungscode kann eine Gebühr reduzieren. Er macht einen Anbieter aber nicht automatisch geeigneter für deine Bedürfnisse.
Welche Variante passt zu wem?
Wenn du möglichst direkte Self-Custody möchtest, sind Bitcoin-spezialisierte Dienste wie Relai oder Pocket zwei Modelle, die du genauer vergleichen kannst.
Wenn du Bitcoin innerhalb einer Schweizer Bank halten möchtest, bietet Swissquote ein anderes Modell mit Bankbeziehung, integrierter Verwahrung und externer Wallet-Funktion. Dafür solltest du neben Handelsgebühren auch Depot- und Auszahlungsgebühren berücksichtigen.
Wenn du einen breiten europäischen Broker möchtest, ist Bitpanda ein relevantes Beispiel. Die Plattform unterstützt externe Krypto-Auszahlungen und selbstverwaltete Wallets, verlangt dabei aber regulatorisch bedingt zusätzliche Empfängerangaben.
Die richtige Entscheidung hängt deshalb weniger von der Frage
«Welcher Anbieter ist der beste?»
ab, sondern von:
«Welches Verwahrungs-, Kosten- und Bedienmodell passt zu dem, was ich erreichen möchte?»
Fazit
Bitcoin zu kaufen ist in der Schweiz nicht kompliziert. Trotzdem unterscheiden sich die Kaufwege deutlich.
Vergleiche deshalb nicht nur die sichtbare Handelsgebühr. Prüfe zusätzlich:
- den tatsächlich angebotenen Bitcoin-Kurs
- Zahlungsgebühren
- Bitcoin-Auszahlungsgebühren
- Netzwerkgebühren
- laufende Depotkosten
- ob eine Auszahlung auf deine eigene Wallet möglich ist
- wer nach dem Kauf die privaten Schlüssel kontrolliert
Für den ersten Kauf kann ein kleiner Testbetrag sinnvoll sein. So kannst du den Ablauf kennenlernen und prüfen, ob du das Verwahrungsmodell wirklich verstanden hast.
Der nächste wichtige Schritt ist dann nicht der nächste Kauf, sondern die Frage:
Wie bewahre ich Bitcoin sicher auf?
Genau darum geht es im nächsten REAL LIFE INTELLIGENCE Artikel.
Quellen
Die wichtigsten veränderlichen Angaben dieses Artikels wurden am 9. September 2026 anhand der folgenden Primärquellen geprüft:
- Relai: Gebühren für den Kauf und Verkauf von Bitcoin (externer Link)
- Relai: Limits für Nutzer in der Schweiz (externer Link)
- Relai: Bitcoin mit Relai kaufen (externer Link)
- Pocket Bitcoin: Gebühren (externer Link)
- Pocket Bitcoin: vollständige Verifizierung (externer Link)
- Pocket Bitcoin: Sicherheitsvorfall – Update vom 31. August 2026 (externer Link)
- Swissquote: Gebühren für Kryptowährungen (externer Link)
- Swissquote: Depotgebühren (externer Link)
- Swissquote: Krypto-Wallet und Auszahlungsgebühren (externer Link)
- Bitpanda: Gebührenübersicht (externer Link)
- Bitpanda: Kryptowährungen an externe Wallets auszahlen (externer Link)
- SBB: Crypto Paper Wallet am Billettautomaten (externer Link)
- FINMA: Risiken bei der Verwahrung kryptobasierter Vermögenswerte (externer Link)
- FINMA: bewilligte Institute, Banken und Wertpapierhäuser (externer Link)