Zum Inhalt springen
REAL LIFE INTELLIGENCE

Künstliche Intelligenz

Gute ChatGPT-Prompts schreiben: Kontext, Aufgabe und Ausgabe richtig definieren

RatgeberEinsteiger

Stand:

Wie du ChatGPT-Prompts systematisch aufbaust, Kontext und Grenzen sinnvoll setzt und mit klaren Ausgabevorgaben bessere, überprüfbare Ergebnisse erhältst.

Ein guter ChatGPT-Prompt muss weder besonders lang noch kompliziert sein. Entscheidend ist, dass die Aufgabe klar ist und ChatGPT die Informationen erhält, die das Ergebnis tatsächlich verändern.

OpenAI beschreibt Prompt Engineering als das gezielte Entwerfen und Verfeinern von Eingaben, damit ein Modell möglichst nützliche Antworten liefert. Die aktuellen Empfehlungen setzen vor allem auf klare Aufgaben, relevanten Kontext, konkrete Ausgabevorgaben und schrittweise Verbesserung.

Für den Alltag reicht deshalb meist eine einfache Denkweise:

Aufgabe
+
Kontext
+
Ausgabe
+
Grenzen
+
Prüfung

Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du diese fünf Elemente verwendest, wann zusätzliche Rollen oder Beispiele sinnvoll sind und warum ein riesiger «Master-Prompt» nicht automatisch besser funktioniert.

Wenn du zuerst die allgemeinen Grundlagen zur Arbeit mit ChatGPT verstehen möchtest, lies auch ChatGPT richtig nutzen: So bekommst du deutlich bessere Antworten.

Was ist ein guter Prompt?

Ein guter Prompt führt ChatGPT möglichst eindeutig zu dem Ergebnis, das du brauchst.

Dabei geht es nicht darum, jedes Detail vorzuschreiben. Zu viele unnötige Regeln können einen Prompt sogar schwerer verständlich machen.

Ein guter Prompt beantwortet vor allem diese Fragen:

  • Was soll gemacht werden?
  • Wofür wird das Ergebnis gebraucht?
  • Welche Informationen sind relevant?
  • Welche Anforderungen muss das Ergebnis erfüllen?
  • Wie soll die Antwort aussehen?
  • Was soll bei Unsicherheit passieren?

OpenAI fasst ähnliche Elemente in aktuellen Schulungsunterlagen unter anderem als Role, Task, Context, Output, Limits und Check zusammen. Für viele alltägliche Aufgaben kannst du die Rolle weglassen und direkt mit der Aufgabe beginnen.

1. Die Aufgabe präzise formulieren

Der wichtigste Bestandteil eines Prompts ist die eigentliche Aufgabe.

Vage:

Hilf mir mit diesem Text.

Präziser:

Kürze den folgenden Text auf maximal 180 Wörter.
Behalte alle Zahlen, Termine und Produktnamen unverändert.

Die zweite Variante beantwortet bereits drei wichtige Punkte:

  • Tätigkeit: kürzen
  • Ziel: maximal 180 Wörter
  • Schutzregel: Zahlen, Termine und Produktnamen nicht verändern

Verwende möglichst konkrete Arbeitsverben, zum Beispiel:

  • analysieren
  • vergleichen
  • zusammenfassen
  • erklären
  • prüfen
  • priorisieren
  • umformulieren
  • extrahieren
  • strukturieren
  • recherchieren
  • berechnen
  • erstellen

Statt:

Was hältst du von diesen Angeboten?

ist für eine Entscheidung oft besser:

Vergleiche die drei Angebote nach Preis, Leistungsumfang, Vertragsdauer und Kündigungsbedingungen.
Nenne danach die wichtigsten Unterschiede und offene Punkte.

Die Aufgabe sollte möglichst beschreiben, was ChatGPT tun soll, nicht nur, worum es thematisch geht.

2. Nur den relevanten Kontext liefern

Kontext erklärt, unter welchen Bedingungen die Aufgabe bearbeitet werden soll.

Zum Beispiel macht bei einer Produktempfehlung einen Unterschied, ob du:

  • ein maximales Budget hast
  • das Produkt geschäftlich oder privat nutzt
  • bestimmte Funktionen zwingend brauchst
  • in der Schweiz einkaufen möchtest
  • bereits kompatible Geräte besitzt

Ein geeigneter Prompt könnte lauten:

Vergleiche diese drei Notebooks für meinen Einsatzzweck.

Kontext:
- hauptsächlich Office, Browser, Teams und Lightroom
- häufig unterwegs
- Akkulaufzeit und Gewicht sind wichtiger als Gaming-Leistung
- Budget maximal CHF 1'500
- Kauf in der Schweiz

Kontext ist besonders hilfreich, wenn derselbe Auftrag je nach Situation zu unterschiedlichen Empfehlungen führen würde.

Kontext ist nicht dasselbe wie eine lange Vorgeschichte

Mehr Text ist nicht automatisch mehr Qualität.

Wenn du eine halbe Seite Hintergrund lieferst, von der nur zwei Angaben relevant sind, muss ChatGPT erst herausfinden, welche Informationen tatsächlich wichtig sind.

Prüfe deshalb vor dem Absenden:

Würde sich die Antwort ändern, wenn ich diese Information weglasse?

Wenn nein, ist sie für den aktuellen Prompt wahrscheinlich nicht notwendig.

3. Material und Anweisung klar trennen

Wenn ChatGPT einen bestehenden Text, eine E-Mail, einen Vertrag, Code oder andere Daten bearbeiten soll, sollte klar sein, was die Anweisung ist und was lediglich das zu bearbeitende Material ist.

Eine einfache Struktur genügt:

Aufgabe:
Fasse den folgenden Text in fünf Stichpunkten zusammen.
Behalte alle Geldbeträge und Datumsangaben exakt bei.

Text:
"""
[Text hier einfügen]
"""

OpenAI empfiehlt in seinen Prompting-Hinweisen ebenfalls, Anweisungen deutlich vom eigentlichen Kontext zu trennen. Dafür können Überschriften, Anführungszeichen oder andere klare Begrenzungen verwendet werden.

Das ist besonders nützlich bei:

  • langen E-Mails
  • Logdateien
  • Verträgen
  • Berichten
  • Quellcode
  • Listen und Tabellen
  • kopierten Webseiteninhalten

Bei hochgeladenen Dateien genügt häufig eine klare Referenz:

Analysiere die angehängte PDF-Datei.
Stütze deine Antwort ausschliesslich auf dieses Dokument.
Nenne mir:
1. Vertragsdauer
2. Kündigungsfrist
3. automatische Verlängerung
4. Rückgabepflichten

Falls ein Punkt im Dokument nicht geregelt ist, schreibe "nicht gefunden".

Damit bekommt ChatGPT nicht nur Material, sondern auch eine eindeutige Arbeitsanweisung.

4. Die gewünschte Ausgabe definieren

Viele unbefriedigende Antworten entstehen nicht wegen falscher Informationen, sondern weil das Ergebnis im falschen Format geliefert wird.

Wenn du bereits weisst, wie du die Antwort verwenden möchtest, definiere das direkt im Prompt.

Zum Beispiel:

Gib das Ergebnis als Tabelle mit diesen Spalten aus:
- Anbieter
- Preis pro Monat
- Mindestlaufzeit
- Kündigungsfrist
- Besonderheiten

oder:

Erstelle:
1. eine Zusammenfassung in maximal fünf Sätzen
2. danach die drei wichtigsten Risiken
3. abschliessend eine konkrete To-do-Liste

Du kannst unter anderem festlegen:

  • Länge
  • Tabellenstruktur
  • Überschriften
  • Reihenfolge
  • Sprache
  • Ton
  • Detailgrad
  • Zielgruppe
  • gewünschte Anzahl von Punkten

OpenAI nennt das gewünschte Ausgabeformat ausdrücklich als einen wichtigen Teil wirksamer Prompts.

Zielgruppe und Ton sinnvoll kombinieren

Statt nur:

Erkläre DNS.

kannst du schreiben:

Erkläre DNS für eine technisch interessierte Person ohne Netzwerk-Ausbildung.
Nutze ein konkretes Beispiel mit einer Webseite.
Maximal 500 Wörter.

Oder für Fachpublikum:

Erkläre den DNS-Auflösungsprozess technisch für einen System Engineer.
Berücksichtige Stub Resolver, rekursive Resolver, Root-, TLD- und autoritative Nameserver sowie Caching und TTL.

Dasselbe Thema erhält damit einen anderen Detailgrad.

5. Grenzen und Muss-Kriterien festlegen

Grenzen helfen, unerwünschte Annahmen und unnötige Abweichungen zu reduzieren.

Typische Grenzen sind:

Erfinde keine fehlenden Zahlen.

Nutze ausschliesslich die bereitgestellten Daten.

Maximal 300 Wörter.

Beträge immer in CHF.

Nutze Schweizer Rechtschreibung.

Ändere keinen bestehenden Code, bevor du die Ursache beschrieben hast.

Wichtig ist, zwischen Muss-Kriterien und blossen Wünschen zu unterscheiden.

Ein klar strukturierter Prompt kann deshalb so aussehen:

Muss:
- maximal CHF 1'500
- mindestens 32 GB RAM
- mindestens zwei externe Monitore

Optional:
- Mobilfunkmodem
- Touchscreen

So wird die Priorisierung wesentlich klarer.

Positive Anweisungen sind oft besser als lange Verbotslisten

Statt zehnmal zu schreiben, was nicht passieren soll, ist es meist hilfreicher zu beschreiben, was ChatGPT konkret tun soll.

Weniger klar:

Schreibe nicht zu lang.
Sei nicht kompliziert.
Benutze keine unnötigen Begriffe.
Mach keine riesigen Absätze.

Klarer:

Schreibe verständlich für Einsteiger.
Maximal 600 Wörter.
Nutze kurze Absätze und erkläre Fachbegriffe beim ersten Auftreten.

Auch OpenAI empfiehlt bei wiederverwendbaren Anweisungen möglichst konkrete, positive Vorgaben.

6. Eine Prüfung in den Prompt einbauen

Bei wichtigen Aufgaben sollte der Prompt nicht nur die Ausgabe definieren, sondern auch festlegen, wie Unsicherheiten behandelt werden.

Zum Beispiel:

Nenne am Ende:
- welche Aussagen sicher aus den bereitgestellten Informationen hervorgehen
- welche Punkte Annahmen sind
- welche Informationen noch fehlen

oder:

Prüfe vor der finalen Antwort, ob alle Muss-Kriterien erfüllt sind.
Liste nicht erfüllte Kriterien separat auf.

Für Recherche:

Nutze aktuelle Quellen.
Bevorzuge offizielle Primärquellen.
Nenne den Stand der Recherche.
Kennzeichne Aussagen, die sich nicht eindeutig verifizieren lassen.

Für Berechnungen:

Zeige die verwendeten Eingabewerte und das Endergebnis.
Prüfe, ob Einheiten und Währungen konsistent sind.

Die Prüfung ersetzt keine fachliche Kontrolle. Sie macht das Ergebnis aber leichter überprüfbar.

7. Rollen nur einsetzen, wenn sie wirklich etwas verändern

Rollen können sinnvoll sein, wenn sie die Perspektive oder Prüfkriterien verändern.

Gut:

Prüfe diese Konfiguration aus Sicht eines IT-Sicherheitsverantwortlichen.
Konzentriere dich auf Berechtigungen, Angriffsfläche, Datenabfluss und Wiederherstellbarkeit.

Weniger hilfreich:

Du bist der beste IT-Experte der Welt und kennst alles.

Die erste Formulierung definiert eine Perspektive. Die zweite ist vor allem Ausschmückung.

Eine Rolle sollte also eine praktische Funktion haben, zum Beispiel:

  • Zielgruppe verstehen
  • Fachperspektive festlegen
  • Prüfkriterien festlegen
  • Schreibstil bestimmen

Sie ersetzt aber weder Kontext noch Daten noch eine konkrete Aufgabe.

8. Beispiele nutzen, wenn ein bestimmtes Format wichtig ist

Wenn du ein sehr genaues Ausgabeformat erwartest, kann ein kurzes Beispiel effizienter sein als eine lange Erklärung.

Zum Beispiel:

Analysiere jeden Fehler in genau diesem Format:

Fehler: DNS-Auflösung fehlgeschlagen
Wahrscheinlichkeit: hoch
Nächster Test: nslookup server01
Risiko des Tests: niedrig

Nutze dieses Schema für alle gefundenen Fehler.

Damit sieht ChatGPT unmittelbar, wie die Ausgabe aussehen soll.

OpenAI empfiehlt solche Beispiele insbesondere dann, wenn ein bestimmtes Format oder wiederkehrendes Muster zuverlässig eingehalten werden soll.

Du brauchst aber nicht für jede einfache Aufgabe Beispiele. Beginne zuerst mit einer klaren normalen Anweisung und ergänze ein Beispiel nur, wenn Struktur oder Stil sonst nicht zuverlässig genug sind.

9. Komplexe Aufgaben in kontrollierbare Schritte zerlegen

Ein einzelner Prompt kann viele Anforderungen enthalten. Trotzdem ist es oft besser, umfangreiche Arbeiten in mehrere Schritte zu teilen.

Statt:

Recherchiere alle Anbieter, vergleiche Preise, analysiere Verträge,
berechne fünf Jahre Kosten und schreibe danach eine fertige Empfehlung.

kannst du vorgehen mit:

Schritt 1:
Finde die relevanten Anbieter und erstelle nur die Vergleichsgrundlage.
Noch keine Empfehlung.

Danach:

Schritt 2:
Prüfe die Vergleichstabelle auf fehlende oder widersprüchliche Angaben.

Danach:

Schritt 3:
Berechne die Gesamtkosten für fünf Jahre anhand der verifizierten Werte.

Und erst anschliessend:

Schritt 4:
Erstelle auf Basis der geprüften Daten eine Empfehlung.

Damit kannst du Fehler früher erkennen und korrigieren.

OpenAI empfiehlt bei komplexen Aufgaben ebenfalls eine Aufteilung in kleinere, fokussierte Anfragen und eine iterative Arbeitsweise.

10. Rückfragen gezielt steuern

Es gibt zwei schlechte Extreme:

  • ChatGPT soll niemals nachfragen und muss deshalb wichtige Lücken erraten.
  • ChatGPT stellt bei jeder Kleinigkeit mehrere Rückfragen und bremst einfache Aufgaben unnötig aus.

Eine praktikable Anweisung lautet:

Falls Informationen fehlen, die das Ergebnis wesentlich verändern würden,
stelle zuerst maximal drei gezielte Rückfragen.
Bei unwichtigen Details triff eine vernünftige Annahme und kennzeichne sie.

Für sensible Aufgaben kannst du strenger sein:

Triff keine Annahmen zu fehlenden Vertragsdaten.
Wenn eine entscheidende Information fehlt, stoppe und frage danach.

Damit bestimmst du, wann ChatGPT selbständig weiterarbeiten darf und wann eine Rückfrage notwendig ist.

11. Keine unnötigen «Denk laut»-Anweisungen verwenden

Für eine gute Antwort musst du ChatGPT nicht dazu auffordern, seine gesamte interne Gedankenkette offenzulegen.

Wenn du eine Entscheidung nachvollziehen möchtest, ist eine konkrete Begründung hilfreicher:

Nenne die drei wichtigsten Gründe für deine Empfehlung.
Ordne jeden Grund einem meiner Kriterien zu.

oder:

Zeige die verwendeten Eingabewerte, die Berechnungsformel und das Endergebnis.

oder:

Nenne die stärksten Gegenargumente zu deiner eigenen Empfehlung.

So erhältst du überprüfbare Begründungen, ohne den Prompt unnötig aufzublähen.

12. Eine universelle Prompt-Vorlage für den Alltag

Diese Vorlage eignet sich für viele Aufgaben:

Aufgabe:
[Was soll ChatGPT konkret tun?]

Kontext:
[Welche Informationen verändern das Ergebnis?]

Material:
[Datei, Text, Daten, Links oder sonstige Grundlage]

Muss-Kriterien:
- [Kriterium 1]
- [Kriterium 2]
- [Kriterium 3]

Ausgabe:
[Format, Länge, Sprache, Zielgruppe, Reihenfolge]

Prüfung:
[Nenne Unsicherheiten, fehlende Angaben oder nicht erfüllte Kriterien.]

Für einfache Aufgaben kannst du mehrere Bereiche weglassen.

Für eine schnelle E-Mail reicht zum Beispiel:

Formuliere eine professionelle E-Mail an einen bestehenden Lieferanten.
Ziel: Liefertermin vom 12. auf den 15. Oktober verschieben.
Ton: freundlich und sachlich.
Maximal 120 Wörter.
Erfinde keine Gründe oder zusätzlichen Zusagen.

Für eine umfangreiche Entscheidung kann dagegen die vollständige Vorlage sinnvoll sein.

13. Vier konkrete Prompt-Beispiele

Beispiel 1: Produktvergleich

Aufgabe:
Vergleiche die drei genannten NAS-Systeme für meinen privaten Einsatz.

Kontext:
- 30 TB aktuelle Datenmenge
- Fotos, Videos, Dokumente und Backups
- 2.5-Gbit-Netzwerk vorhanden
- geringer Stromverbrauch ist wichtig
- Budget maximal CHF 2'000 ohne Festplatten

Muss-Kriterien:
- mindestens vier Laufwerksschächte
- Docker-Unterstützung
- automatische SMART-Überwachung

Ausgabe:
1. Vergleichstabelle
2. wichtigste Vor- und Nachteile
3. begründete Empfehlung

Prüfung:
Nutze für technische Daten aktuelle Herstellerquellen.
Markiere nicht verifizierte Angaben ausdrücklich.

Beispiel 2: E-Mail aus Stichpunkten

Formuliere aus den folgenden Stichpunkten eine professionelle E-Mail.

Zielgruppe: interner Mitarbeiter
Ton: freundlich, direkt und sachlich
Länge: maximal 150 Wörter
Schweizer Rechtschreibung

Wichtig:
- alle Termine exakt übernehmen
- keine zusätzlichen Zusagen erfinden
- keine Informationen weglassen, die für den Termin relevant sind

Stichpunkte:
"""
[Stichpunkte]
"""

Beispiel 3: Technische Fehleranalyse

Aufgabe:
Analysiere den folgenden Fehler systematisch.

Umgebung:
- Windows 11
- Entra Joined
- Gerät wird mit Intune verwaltet
- Problem tritt seit einem Firmware-Update auf

Material:
"""
[Logauszug]
"""

Vorgehen:
1. Beobachtungen aus dem Log nennen
2. wahrscheinlichste Ursachen priorisieren
3. risikoarme Tests vorschlagen
4. erst danach mögliche Änderungen nennen

Grenzen:
Keine Neuinstallation vorschlagen, bevor die Ursache eingegrenzt ist.
Keine Registry-Werte erfinden.

Beispiel 4: Aktuelle Recherche

Recherchiere den aktuellen Stand zu [Thema].

Anforderungen:
- Stand: heute
- bevorzuge offizielle Primärquellen
- trenne Fakten von Einschätzungen
- nenne Datum und Quelle für zeitabhängige Aussagen
- weise auf widersprüchliche Quellen hin

Ausgabe:
1. Kurzfassung
2. wichtigste Fakten
3. offene oder unsichere Punkte
4. Quellen

Häufige Prompt-Fehler

Der Prompt nennt nur das Thema

Bitcoin Steuern Schweiz

Das ist ein Thema, aber noch keine konkrete Aufgabe.

Besser:

Erkläre für eine Schweizer Privatperson, welche steuerlichen Themen beim Halten und Verkaufen von Bitcoin grundsätzlich relevant sind.
Trenne Vermögenssteuer, Einkommen und private Kapitalgewinne.
Nutze aktuelle ESTV-Quellen.

Zu viele Anforderungen ohne Priorität

Wenn 20 Regeln gleich wichtig aussehen, ist nicht klar, was im Konfliktfall Vorrang hat.

Ordne deshalb wichtige Bedingungen als Muss-Kriterien ein.

Unklare Wörter wie «gut», «schön» oder «professionell»

Solche Begriffe können unterschiedlich interpretiert werden.

Beschreibe besser, was sie für deine Aufgabe bedeuten:

Professionell bedeutet hier:
- sachlich
- freundlich
- keine Umgangssprache
- maximal 150 Wörter
- klare Handlungsaufforderung am Schluss

Zu viel unnötiger Kontext

Ein langer Prompt kann sehr gut sein, wenn alle Informationen relevant sind. Ein langer Prompt mit viel irrelevanter Vorgeschichte macht die Aufgabe dagegen schwerer überschaubar.

Ein perfektes Ergebnis im ersten Versuch erwarten

OpenAI empfiehlt ausdrücklich eine iterative Arbeitsweise. Prüfe die erste Antwort und korrigiere gezielt.

Zum Beispiel:

Die Struktur passt.
Überarbeite nur Abschnitt 3.
Er ist zu technisch für Einsteiger.
Behalte alle Fakten und Quellen unverändert.

Fehlende Fakten nicht von Annahmen trennen

Wenn wichtige Daten fehlen, sollte der Prompt vorgeben, wie damit umzugehen ist.

Erfinde keine fehlenden Werte.
Schreibe "unbekannt", wenn eine Angabe nicht aus den Quellen hervorgeht.

Wann kurze Prompts völlig ausreichen

Nicht jede Anfrage braucht eine Vorlage.

Für einfache Aufgaben kann ein Satz genügen:

Erkläre mir den Unterschied zwischen Standby und Ruhezustand unter Windows 11 in maximal fünf Sätzen.

Die Aufgabe ist bereits klar:

  • Thema ist definiert
  • gewünschte Handlung ist definiert
  • Plattform ist definiert
  • Länge ist definiert

Zusätzliche Rollen, Abschnitte oder Prüfregeln würden hier kaum Mehrwert bringen.

Ein guter Prompt ist deshalb nicht der längste Prompt, sondern der kürzeste Prompt, der alle relevanten Anforderungen eindeutig macht.

Kurz-Checkliste für einen guten Prompt

Vor einer wichtigen Anfrage kannst du diese Punkte prüfen:

  • Ist die konkrete Aufgabe klar?
  • Ist das gewünschte Ziel erkennbar?
  • Enthält der Prompt nur relevanten Kontext?
  • Sind Material und Anweisung klar getrennt?
  • Sind Muss-Kriterien eindeutig?
  • Ist das gewünschte Ausgabeformat definiert?
  • Ist die Zielgruppe oder der Ton wichtig?
  • Soll ChatGPT bei entscheidenden Lücken nachfragen?
  • Soll zwischen Fakten und Annahmen unterschieden werden?
  • Muss die Information aktuell recherchiert werden?
  • Sind bestimmte Quellen vorgeschrieben?
  • Lässt sich das Ergebnis anschliessend überprüfen?

Fazit

Gute ChatGPT-Prompts entstehen nicht durch geheimnisvolle Formeln.

Für die meisten Aufgaben genügt dieses Prinzip:

1. Sag klar, was getan werden soll.
2. Gib nur den Kontext, der das Ergebnis verändert.
3. Stelle relevantes Material bereit.
4. Definiere Muss-Kriterien und Grenzen.
5. Beschreibe die gewünschte Ausgabe.
6. Lege fest, wie Unsicherheiten behandelt werden sollen.

Bei einfachen Aufgaben darf der Prompt sehr kurz bleiben. Bei komplexen Aufgaben helfen klare Abschnitte, Beispiele und mehrere kontrollierbare Schritte.

Der entscheidende Punkt ist nicht, möglichst kompliziert zu prompten. Der Prompt soll die Aufgabe so eindeutig machen, dass ChatGPT weniger raten muss und du das Ergebnis leichter prüfen kannst.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden OpenAI-Quellen wurden für diesen Beitrag mit Stand 10. September 2026 geprüft: